Schwimmpflanzen für den Teich: Die schönsten Arten im Überblick

Ob Froschbiss, Krebsschere oder Kleine Wasserlinse: Schwimmpflanzen brauchen weder Erde noch Pflanzkorb und übernehmen trotzdem wichtige Aufgaben in deinem Teich. Sie spenden Schatten, halten das Wasser mit ihren Wurzeln sauber und bremsen so ganz nebenbei das Algenwachstum. Wir zeigen dir die schönsten Arten für Garten- und Miniteich und verraten, welche davon auch den Winter im Freien überstehen.
Schwimmpflanzen für den Teich: Das Wichtigste auf einen Blick
Kein Pflanzkorb, keine Erde, kein Aufwand: Schwimmpflanzen treiben einfach frei auf der Wasseroberfläche. Anders als Seerosen oder andere Teichpflanzen wurzeln sie weder im Teichboden noch am Ufer. Ihre Wurzeln hängen lose im Wasser und schnappen sich die Nährstoffe direkt daraus.
Davon profitiert dein Teich gleich mehrfach:
- Weniger Algen, weil den Algen die Nährstoffe fehlen
- Mehr Sauerstoff im Wasser
- Angenehmer Schatten an heißen Tagen
- Unterschlupf für Fische, Frösche und Insekten
Willst du auf Nummer sicher gehen, setzt du auf winterharte Klassiker wie Froschbiss, Krebsschere oder die Kleine Wasserlinse. Schwimmfarn und Sternlebermoos eignen sich dagegen eher für die Sommersaison, da sie den Winter im Freien nicht überstehen.
Faustregel: Höchstens ein Drittel bis die Hälfte deiner Wasserfläche sollte am Ende bedeckt sein. Sonst fehlt es an Licht und Sauerstoff im Teich.
Was sind Schwimmpflanzen und was unterscheidet sie von der Seerose?

Nicht jede Pflanze, die auf dem Wasser treibt, ist auch eine echte Schwimmpflanze. Die Seerose zum Beispiel gehört zu den sogenannten Schwimmblattpflanzen: Mit ihrem Rhizom steckt sie fest im Teichboden und braucht dafür einen Pflanzkorb mit spezieller Teicherde. Nur ihre Blätter und Blüten breiten sich an der Wasseroberfläche aus, während die Pflanze selbst dauerhaft an einem Platz verwurzelt bleibt. Auch andere beliebte Teichpflanzen wie das Schwimmende Laichkraut oder die Seekanne funktionieren nach demselben Prinzip.
Bei echten Schwimmpflanzen ist das komplett anders: Sie haben keinerlei Bodenkontakt und treiben völlig frei auf dem Wasser. Ihre Wurzeln hängen lose ins Wasser, ganz ohne Erde, Substrat oder Pflanzkorb. Genau das macht sie in der Handhabung so unkompliziert: Du musst sie nicht einpflanzen, sondern legst sie einfach auf die Wasseroberfläche. Verändert sich die Wasserhöhe oder ziehst du um, ziehen die Pflanzen quasi mit: ein Vorteil, den Schwimmblattpflanzen mit ihren festen Wurzeln nicht bieten.
Das bringen Schwimmpflanzen deinem Teich
Schwimmpflanzen sind mehr als nur Dekoration. Sie übernehmen im Teich echte Aufgaben und sorgen dafür, dass sich dein kleines Ökosystem selbst in Balance hält.
- Schatten und kühleres Wasser: Mit ihren Blättern decken sie einen Teil der Wasseroberfläche ab. Das hält das Wasser gerade an heißen Sommertagen kühler und verhindert, dass es sich zu stark aufheizt.
- Weniger Algen: Über ihre frei hängenden Wurzeln ziehen Schwimmpflanzen Nährstoffe direkt aus dem Wasser. Genau diese Nährstoffe fehlen dann den Algen zum Wachsen, ganz ohne Chemie.
- Mehr Sauerstoff: Wie jede grüne Pflanze reichern Schwimmpflanzen das Wasser über die Photosynthese mit Sauerstoff an. Davon profitieren auch Fische und andere Teichbewohner.
- Lebensraum für Tiere: Zwischen den Wurzeln und Blättern finden Fische, Amphibien und Insekten Unterschlupf vor Fressfeinden und viele Arten legen dort auch ihre Eier ab.
- Kein Aufwand beim Einsetzen: Da Schwimmpflanzen keinen Bodenkontakt brauchen, entfällt auch das Einsetzen in Pflanzkorb oder Substrat. Du legst sie einfach ins Wasser – fertig.
Tipp: Wie du deinen Teich insgesamt richtig bepflanzt und wie viele Pflanzen pro Quadratmeter sinnvoll sind, liest du in unserem Ratgeber Gartenteich bepflanzen. Wie du deinen Teich sauber hältst, zeigen wir dir in unseren Ratgebern Algen im Teich entfernen und Teich reinigen und pflegen.

Schwimmpflanzen sind ein unterschätzter Trick gegen Algen im Teich – kaum Arbeit, aber ein toller Effekt. Mein Tipp: lieber mit wenigen Pflanzen starten, sie vermehren sich von ganz allein.
Die schönsten Schwimmpflanzen für deinen Gartenteich
Ob naturnaher Gartenteich oder gestalteter Zierteich: Für fast jeden Teich gibt es passende Schwimmpflanzen. Die folgende Tabelle gibt dir einen ersten Überblick über Standort, Blütezeit und Winterhärte der wichtigsten Arten. Im Anschluss stellen wir dir die Pflanzen im Detail vor.
Schwimmpflanzen im Vergleich
| Art | Standort | Blütezeit | Winterhart | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Froschbiss | sonnig – halbschattig | Sommer – Herbst | ja | runde Blätter, naturnah |
| Krebsschere | sonnig – halbschattig | Mai – August | ja | besonders geschützt, aus Nachzucht |
| Kleine Wasserlinse | sonnig – halbschattig | unscheinbar | ja | sehr schnelle Vermehrung |
| Wasserschlauch | sonnig – halbschattig | April – August | ja | fleischfressend, geschützt, aus Nachzucht |
| Schwimmfarn | sonnig – halbschattig | blüht nicht (Farn) | nein | dichte Matten, einjährig |
| Sternlebermoos | sonnig – halbschattig | blüht nicht (Moos) | bedingt | moosartig, dekorativ |
| Algenfarn | sonnig – halbschattig | blüht nicht (Farn) | bedingt | invasiv, nicht in Naturgewässer entsorgen |
| Wasserwolfsmilch | sonnig | unscheinbar | nein | rötliche Blätter, nur Sommerbepflanzung |
| Muschelblume | sonnig – halbschattig | Sommer | nein | seit 08/2024 EU-weit verboten |
Froschbiss (Hydrocharis morsus-ranae)

Der Froschbiss zählt zu den beliebtesten heimischen Schwimmpflanzen für den Gartenteich und das aus gutem Grund. Seine runden, ledrigen Blätter erinnern an eine Mini-Seerose und geben jedem Teich sofort einen naturnahen Look. Von Sommer bis Herbst bildet die Pflanze kleine, unauffällige weiße Blüten. Da der Froschbiss winterhart ist, musst du dich um ihn im Winter nicht kümmern: Im Herbst bildet er Überdauerungsknospen, die zu Boden sinken und dort geschützt vor Frost überwintern, bevor die Pflanze im Frühjahr wieder an die Oberfläche steigt.
Krebsschere (Stratiotes aloides)

Mit ihren stacheligen, spitz zulaufenden Blättern erinnert die Krebsschere auf den ersten Blick an eine Aloe Vera – daher auch ihr wissenschaftlicher Name. Sie ist winterhart. Im Herbst sinken ihre Rosetten auf den Teichgrund ab und bilden sogenannte Turionen (Winterknospen), bevor sie im Frühjahr wieder aufsteigen. Ökologisch ist die Krebsschere ein echter Gewinn für deinen Teich: Die seltene Libellenart Grüne Mosaikjungfer legt ihre Eier ausschließlich an ihren Blättern ab. Wichtig zu wissen: Die Pflanze steht in Deutschland unter besonderem Naturschutz und darf nicht aus freier Natur entnommen werden. Für deinen eigenen Teich kannst du sie aber bedenkenlos als Nachzucht im Gartenfachhandel kaufen.
Muschelblume (Pistia stratiotes): EU-weit verboten

Die Muschelblume mit ihren hellgrünen, salatartigen Blattrosetten war lange eine beliebte, wenn auch nicht winterharte Schwimmpflanze für den Sommerteich. Seit August 2024 steht sie jedoch auf der EU-Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung. Das bedeutet konkret: Handel, Vermehrung, Haltung und Weitergabe sind EU-weit verboten, weshalb du die Pflanze weder kaufen noch weiterhin in deinem Teich halten solltest. Einen ähnlich dekorativen, aber völlig legalen Effekt erzielst du stattdessen mit dem heimischen Froschbiss.
Wasserschlauch (Utricularia vulgaris)

Der Wasserschlauch ist eine echte heimische Rarität für deinen Teich: Er zählt zu den wenigen fleischfressenden Pflanzen Deutschlands und fängt kleine Wasserflöhe sowie Mückenlarven mit winzigen Fangblasen an seinen fein gefiederten Trieben. Von April bis August zeigt er zudem hübsche, gelbe Blüten, die einige Zentimeter über der Wasseroberfläche stehen. Die Pflanze ist winterhart und zieht sich im Herbst wie die Krebsschere als Turionen auf den Teichgrund zurück. Da der Wasserschlauch in Deutschland auf der Roten Liste steht und geschützt ist, darfst du ihn nicht aus der Natur entnehmen. Nachzuchten aus dem Fachhandel sind aber problemlos erhältlich.
Weitere Schwimmpflanzen für mehr Vielfalt
Neben den vier genannten Arten lohnt sich auch ein Blick auf weitere Schwimmpflanzen, mit denen du deinem Teich zusätzliche Abwechslung verleihst:
- Wasserlinsen: Neben der Kleinen Wasserlinse gibt es die Buckelige Wasserlinse und die Dreifurchige Wasserlinse. Letztere bildet statt einer dichten Deckschicht ein lockeres, dreidimensionales Polster und wächst dabei deutlich langsamer als ihre Verwandten – eine gute Wahl, wenn dir die Kleine Wasserlinse zu wuchernd ist.
- Schwimmfarn und Sternlebermoos: Beide setzen mit ihren feinen, teppichartigen Blattstrukturen dekorative Akzente im Teich. Da sie allerdings nicht winterhart sind, eignen sie sich eher als Sommerbepflanzung, die du im Herbst entfernst oder ersetzt.
- Algenfarn (Azolla filiculoides): Dieser auch als Feenmoos bekannte Schwimmfarn wächst sehr schnell und färbt sich im Herbst rötlich-braun. Da er in Deutschland als invasiver Neophyt gilt, solltest du ihn regelmäßig ausdünnen und darfst ihn keinesfalls in Bäche, Seen oder andere Gewässer der freien Natur entsorgen.
- Wasserwolfsmilch (Phyllanthus fluitans): Diese tropische Schwimmpflanze bringt mit ihrer intensiven rötlichen Blattfärbung einen echten Farbakzent in den Sommerteich. Winterhart ist sie allerdings nicht. Hol sie deshalb rechtzeitig vor dem ersten Frost heraus oder überwintere sie frostfrei im Haus.
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Winterharte Schwimmpflanzen
Ob deine Schwimmpflanzen den Winter im Freien überstehen, hängt von einem cleveren Trick der Natur ab: Viele heimische Arten bilden im Herbst spezielle Überdauerungsorgane, sogenannte Turionen. Diese kleinen Knospen lösen sich von der Mutterpflanze und sinken auf den Teichgrund, während der Rest der Pflanze abstirbt. Dort überstehen sie den Winter frostfrei, sofern dein Teich tief genug ist und nicht bis zum Boden zufriert. Im Frühjahr steigen sie dann wieder an die Wasseroberfläche auf und treiben neue Blätter aus.
Nicht alle Schwimmpflanzen beherrschen diesen Trick allerdings gleich gut:
Winterhart:
- Froschbiss
- Krebsschere
- Kleine Wasserlinse
- Wasserschlauch
Nicht winterhart:
- Schwimmfarn
- Sternlebermoos
- Algenfarn (nur bedingt winterhart)
- Wasserwolfsmilch
- Muschelblume und Wasserhyazinthe (beide ohnehin EU-weit verboten)
Setzt du auf eine der nicht winterharten Arten, solltest du sie rechtzeitig vor dem ersten Frost aus dem Teich holen und frostfrei im Haus überwintern oder sie einfach als einjährige Sommerbepflanzung einplanen.
Tipp: Wie du deinen kompletten Teich richtig auf den Winter vorbereitest, erfährst du in unserem Ratgeber Teich winterfest machen.
Schwimmpflanzen für den Miniteich
Kein eigener Garten mit großem Teich? Kein Problem. Schwimmpflanzen machen sich auch im Miniteich auf Balkon oder Terrasse hervorragend. Da sie weder Pflanzkorb noch Substrat brauchen, reicht ihnen schon ein wassergefüllter Kübel oder Zinkeimer als neues Zuhause.
Besonders gut geeignet sind kleinbleibende Arten:
- Kleine Wasserlinse: ideal für sehr kleine Gefäße, da sie kaum Platz braucht.
- Froschbiss: bei ausreichend großem Gefäß ebenfalls eine gute Wahl.
Ein paar Dinge solltest du dabei beachten: Setze nicht zu viele Pflanzen auf einmal ein, da sich das kleine Wasservolumen sonst schnell mit Nährstoffen überlädt. Und auch wenn die Versuchung groß ist: Auf Fische solltest du im Miniteich generell verzichten, da ihnen dort schlicht der Platz fehlt.
Mehr dazu: Alle Schritte zum eigenen Miniteich zeigen wir dir in unserem Ratgeber Miniteich anlegen.
Häufig gestellte Fragen zu Schwimmpflanzen für den Teich
Welche Schwimmpflanzen eignen sich für den Gartenteich?
Besonders bewährt haben sich Froschbiss, Krebsschere, die Kleine Wasserlinse und der Wasserschlauch. Alle vier sind heimisch, winterhart und pflegeleicht, sodass du damit auch als Einsteiger nichts falsch machst.
Welche Schwimmpflanzen sind winterhart?
Froschbiss, Krebsschere, Kleine Wasserlinse und Wasserschlauch überstehen den Winter im Freien, indem sie als Turionen zu Boden sinken. Schwimmfarn, Sternlebermoos und Wasserwolfsmilch sind dagegen nicht winterhart und müssen entweder jedes Jahr neu gekauft oder frostfrei überwintert werden.
Welche Schwimmpflanzen eignen sich für den Miniteich?
Kleinbleibende Arten wie die Kleine Wasserlinse oder – bei ausreichend großem Gefäß – der Froschbiss eignen sich am besten. Beide kommen ohne Substrat aus und brauchen nur wenig Platz, wie er im Miniteich auf Balkon oder Terrasse zur Verfügung steht.
Was ist der Unterschied zwischen Schwimmpflanzen und der Seerose?
Echte Schwimmpflanzen haben keinen Bodenkontakt und treiben mit ihren Wurzeln frei im Wasser. Die Seerose dagegen zählt zu den Schwimmblattpflanzen: Sie wurzelt fest im Teichboden, nur ihre Blätter und Blüten schwimmen an der Oberfläche.
Wie viele Schwimmpflanzen braucht mein Teich?
Setze anfangs nur wenige Pflanzen ein, denn die meisten Arten vermehren sich von selbst schnell. Als Faustregel gilt: Höchstens ein Drittel bis die Hälfte deiner Wasserfläche sollte am Ende bedeckt sein, damit genug Licht und Sauerstoff ins Wasser gelangen.
Darf ich Muschelblume oder Wasserhyazinthe noch kaufen?
Nein. Beide Arten stehen auf der EU-Liste invasiver gebietsfremder Arten – die Wasserhyazinthe bereits seit 2016, die Muschelblume seit August 2024. Handel, Haltung und Vermehrung sind seitdem EU-weit verboten, weshalb du beide Pflanzen weder kaufen noch in deinem Teich behalten solltest.









